Zollitsch greift an

Es ist schon peinlich, wenn Zollitsch, der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, die endlich zum Durchbruch gekommene Enthüllung der Pädosexualität in der katholischen Kirche zu relativieren versucht: Er vergleicht die hohe Fallzahl von sexuellem Kindesmissbrauch durch etwa 30 000 000 Männer (14 J. und älter) in ganz Deutschland (PKS 2003) mit der erwartungsgemäß kleineren Fallzahl bei den nur etwa 15 000 katholischen Klerikern. Zollitsch irrt gewaltig: Gleicht man die Fallzahlen auf einen Zeitraum von 30 Jahren einander an, liegt die Inzidenz bei Männern aus dem Volk bei 1,5 % und bei den katholischen Geistlichen bei 1 %! Und das, obwohl die 15 000 Geistlichen gerade mal 0.05 % der in Frage kommenden 30 000 000 Männer ausmachen. Eine "nur" rechnerische, aber extrem beschämende und kennzeichnende Bilanz und im Hinblick auf die anmaßende Selbsterhöhung der "Heiligen Katholischen Kirche" ein nicht wegzurechnender Bankrott!

Sonst immer selbsternannte Spitzenvertreter in Sachen "moralischer Instanz", "zölibatärer keuscher Ehe­losig­keit", "heiligmäßigen Lebenswandels", "Weisheit in allen Lebensbelangen" und "Erhabenheit über Wissenschaft und gemeinem Volk" – hier vergleichen sie sich mit eben diesem gemeinen Volk in Sachen Kriminalstatistik! Wo bleiben denn vergleichbare Statistiken etwa aus der protestantischen Kirche? Merkwürdig: Kein Fall! Oder doch ein oder zwei, Herr Zollitsch? Es wäre wahrhaftig ein aufschlussreiches Unternehmen, wenn – unabhängige – Statistiker vergleichende Untersuchungen bei anderen Verbrechen und der kirchlichen Mitbeteiligung daran anstellten: Mord, Kriegstreiberei, Terrorismus, schwerer Betrug, Raub …

Die Verbalattacke auf Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger ist verständlich bei der wachsenden Empörung in fast der ganzen Gesellschaft, aber ungeschickt und unberechtigt: Tatsächlich hat die katholische Kirche sogar bei Berichten über derartige Sexualdelikte ihrer Beamten solange wie nur irgend möglich vertuscht, verdrängt, verharmlost. Man denke nur an die von Ratzinger noch bekräftigte Anweisung "crimen sollicitationis", die eine strikte innerkirchliche Untersuchung solcher Fälle vorschrieb. So wurde eine staatsanwaltliche Aufarbeitung zumeist verhindert. Und jetzt zeigt diese Kirche seit ein paar Wochen gezwun­gen­er­maßen Koopera­tionsbereitschaft und schießt gleich wegen einer berechtigt scharfen Kritik aus der Hüfte?!

Ungeschickt und unberechtigt auch deswegen, weil diese Kirche noch unzählige Leichen im Keller versteckt hält und auch ihr tägliches Gebet um die Vergesslichkeit der Gesellschaft sicher nicht erhört werden wird: Mord verjährt nicht und zig-millionenfacher Mord schon gar nicht! Von den sonstigen unglaublich niederträchtigen Verbrechen aller Art einmal abgesehen. Die christlichen Kirchen sind die größte Verbrecherorganisation der Menschheitsgeschichte. Die pädosexuelle Katastrophe ist nur ein kleines Mosaiksteinchen: Dieses Blog enthält reichlich Informationen und Quellen.

C.c.: Unsere Staats-Kirchen müssen von Rechts wegen abgeschafft werden!
 

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