Verse

 

Herz – Schmerz – Sterz

Eine kleine Auswahl von Versen

 
Frieden
Kirchen und Kinder
Menschen
Verrücktes Tier
Jungfrau Betula
Die Kerzen danach
 
Neues vom Tage
Theologie
Taubenflug
Labyrinth
Hehlerware
Mittelalter
 
Der arme Schneck
Die schwarze Saat
Demut
Nebel
Luzifers Zwielicht
 
 
Papst und Jesus
Schade
Die Antwort
Glockenschlag
Fertig
 
 

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Mittelalter live

Wir sollten Ratzinger-Sepp und Mixa-Walter
zurückverfrachten ins Mittelalter.

Da könnten sie prügeln, vertuschen und Kinder schänden
oder auch Waisengelder für eignen Luxus verwenden.

Was sagten denn damals die Menschen dazu?
"Die Kleriker strafen? Das ist doch tabu!"

Gewohnt an ein Leben im rechtsfreien Raum,
berührt sie ihr Status, die Mega-Schuld kaum!

Sie spielen Vorzeit, diese anachronistischen Leute.
Doch sie leben nicht gestern, sie leben heute!

Die Seelen von zig-millionen Kirchen-Leichen
wollen kein "mea culpa". Sie wollen erreichen,

dass die Kirche bekennt, bereut und wirksam Buße tut!
Doch zur Wiedergutmachung fehlt den Pfaffen der Mut.

Doch sie geht zur Neige, die Immunität
dieser hochgradig unmoralischen Sozietät.  

 

 
Die Kerzen danach

Ein Mann wird erschlagen. Drei gegen einen.
Erst schaut man hin, dann schaut man weg.

Eine Frau wird geschändet. Man hört sie weinen.
Wer hilft, greift ein? Nö, Nö schnell weg ums Eck!

Ein Soldat fällt im Krieg, fällt zu Asche, Staub und Steinen
Hat aber’n Bon fürs "Staatsbegräbnis" im Gepäck!!

Ein Kind droht zu ersaufen. Es steckt mit den Beinen
im Tümpelschlamm fest. Wer holts aus dem Dreck?

Der Erfolg hat 100 Väter, die Katastrophe jedoch keinen!
Beim Chaos sind Event-Kapitäne dann feige unter Deck!

 

Später dann bricht das Mitgefühl sich Bahn:
Blumen prangen und Märsche kündigt man an.

Wenn sich ein solcher Marsch dann in Bewegung setzt,
sind viele Augen und Wangen tränenbenetzt!

Wenn ein oder zwei von Hundert den Mut zum Nein! gehabt hätten,
bräuchte man weder Kerzen- noch Menschenketten.

Nachträgliches Mitleid kann ja so süß und köstlich schmecken:
Welch edles Gefühl! Die Opfer aber, die konnten verrecken!  

 

 
Fertig

Rückblicke in durchlebte Zeiten
ergaben stets, dass ich bei Weitem
unfertig, doch entwicklungsfähig sei.

Es half auch nie, dies arrogant zu übertönen,
der Prahlerei oder dem Stolz zu frönen.
Unfertig war und bin ich, es bleibt dabei.

Jetzt bin ich alt und weiß zu schmunzeln:
Unfertig sein heißt leben! Wenn die Runzeln
an mir mal fertig sind – dann ist’s vorbei.  

 

 
Luzifers Zwielicht

Oh, Papa, schau: Diese Pracht der Gewänder.
    Schweig Junge, still! Drin stecken Kinderschänder.

Aber hör nur, wie eifrig sie reden von Wahrheit, Leben, Licht!
    Aber am Lügen, Töten und Verdunkeln hindert sie’s nicht.

Papa! Sie preisen doch Liebe, Reinheit, Gott in einem fort.
    So heucheln sie nur und bereiten uns Lüge, Raub und Mord.

Ja??? Gott wird verehrt, doch dem Teufel wird gezollt?
    Ihre Verbrechen nennen sie heilig und gottgewollt.

Sag, Papa, wie findet der liebe Gott sie denn bloß?
    Mein Sohn, der von ihnen erschaffne Gott ist gott-los!  

 

 
Gottes Liebe: Hehlerware

Wer darf denn unsre Menschen-Gefühle
An Dämonen verhökern wie Teufel und Gott
Wir lieben so Vieles wir lieben so Viele
Wir erlauben uns Hass und ätzenden Spott
Wir alle sind Gott und Teufel zugleich
Wir schaffen uns Hölle und Himmelreich

Das wissen doch sicher auch die Pfaffen
Die vom Jenseits schwatzen und diesseits raffen
Die millionenfach brechen humanes Gebot
und Leben vernichten ohne wehrrechte Not
Nicht Gott ist die Liebe noch Teufel der Hass
Doch die Pfaffen sind Diebe ohn’ Treu und Verlass  

 

 
Jungfrau Betula

Beim herbstlichen Gang durch den lichten Wald
Traf ich das Jung-Fräulein Betula
Ich gesteh’s, ihre blasse und schlanke Gestalt
Machten mich Alten beschwingt – oh lalá

Ein zart-gold’ner Schleier verbarg ihr Gesicht
Und auch den schmalen Körper mir nicht
Ich wollte sie kosen, sie an mich drücken
Doch hielt ich ein mit meinem Entzücken:

Bleib, Betuline, bleib du nur stehn
ich werde jetzt doch meiner Wege gehn
Und dort drüben, nahe dem dunklen Tann
Ersehnt dich ein stämmiger Birkenmann  

 

 
Frieden

Frieden kostet wenig Geld!

Aber so viel Selbsterkenntnis!!

Und noch viel mehr Selbstüberwindung!!!  

 

 
Kirche und Kinder

Die Kirchen bei der Kinder-Erziehung
mitwirken zu lassen bedeutet,

die Augen vor den Verbrechen
dieser Kirchen zu verschließen:

Langfristig sind die Folgen
für die Gesellschaften, Staaten

immer kontraproduktiv und
letzten Endes verheerend:

Denn eine Verbrecherorganisation darf
mit den Kindern weiter unsere Zukunft formen!

Und die Politik, die sich im Tageszwist aufreibt,
gewinnt keinen humanen Weitblick.

Sie denkt, weiter so! Wenn’s schiefgeht,
werden wir schon Sündenböcke finden.  

 

 
Neues vom Tage

Da hilft kein Zorn. Da hilft kein Spott.
Da hilft kein Weinen, hilft kein Beten.
Die Nachricht stimmt! Der liebe Gott
ist aus der Kirche ausgetreten.

Erich Kästner

 


Theologie

die Pseudowissenschaft der Kirchen

Statt Fakten nur Artefakte

Statt Logos und Wissen: viel Pseudologie,
mit 1000 Legenden und Infamie. -
Ja, nicht einmal unsere Astrologen
sind so ignorant und so verlogen.

Geld und Macht nur sind ihnen konkret!
Und sonst? Nur Dogmen, tausend-und-ein Dekret.
Statt Objektiviertem, Verifiziertem, Zertifiziertem
nur Spekuliertes, Spintisiertes und Fabuliertes.

Was nun, was tun? Es ist bei Gauklern Brauch:
Wer leer ist, bläst sich furchtbar auf,
Mit Glockenklang und Mönchsgesang,
mit Mummenschanz und Teufelsschwanz.

Mit androgyner Klerisei
in Frauenkleidern tanderadei.
Doch sind’s nicht echte Hermaphroditen,
noch nicht mal richtige Transvestiten.

Wunder: immer manischer – Heilige: immer eiliger!
Schamlos und inflationär und im Dutzend billiger!
Pfaffologen münzen so eifernd und frumm
einen Aberglauben in den andern um.

Ein bisschen Drohung, süße Versprechen,
dahinter Morde, jedwedes Verbrechen!
So macht man Eindruck und lähmt die Leute:
Des Pfaffen-Wahnsinns fette Beute!  

 


Der arme Schneck

Da gabs mal einen Schnirkel-Schneck,
der war vor Liebe hin und weg!
Er hatte in sein Herz geschlossen
ein Rosenfräulein mit Sommersprossen:

schnecke-rose

Über stachlige Zweige schleimt er heran:
Denn er ist ein tapfrer Schneckenmann!
Nach drei Tagen endlich angekommen,
macht die schwankende Höhe ihn arg benommen:

Unser Schneck ist leider nicht schwindelfrei!
Doch Rosie ist dies ganz einerlei.
Sie packt ihn in ihr duftiges Bett.
Das findet der Schneck – megageil und nett!

Nach einer Woche wollte er wiederkommen.
Hatte mühsam den hohen Stängel erklommen.
Doch er fand seine Liebste, ihr Lager nicht:
Verwelkt und verweht war ihr Blütengesicht.

schnecke-rose

Der Schneck blieb drei Tage in Trauer vor Ort.
Dann kroch er hinunter und war wieder fort.
Doch die Hoffnung pflanzte sich tief in ihn ein,
im nächsten Sommer wieder bei ihr zu sein!  

 

 
Die schwarze Saat

Die schwarze Saat auf weißem Feld
ist schwarz – gewiss, doch sie erhellt
was sonst dem Alltags-Munkel-Dunkel,
der Amnesie zum Opfer fällt.  

 


Papst und Jesus

Ein Casanova schwärmt von der Treue
Ein Profiganove predigt uns Reue

Ein Reicher lehrt uns die Wonnen der Armut
Ein Zänker empfiehlt uns wärmstens die Demut

Ein Schwuler geißelt Lesben und Schwule
Ein Schwänzer preist die Werte der Schule

Ein Absolutist verlangt Toleranz
Ein Hardliner suhlt sich in Larmoyanz

Ein Zuhälter will strengste Keuschheit
Ein Lügenbold kämpft stets für die Wahrheit

Ein Ignorant schwatzt von der Wissensmacht
Ein Faulpelz gibt vor, dass Fleiß glücklich macht

Ein Rebell lobt alles, was Usus
Und der Papst beruft sich auf Jesus  

 

 

Schade

Schade, wenn das Frühjahr lenzt
und dabei den Frühling schwänzt.

i. m. Friederike Kempner

 


Menschen lassen Menschen leiden

Solange Menschen unter Menschen leiden,
Woll’n Kirchen sie als Schafe weiden.

Doch menschliches Leid lässt die Kirchen kalt.
Sie predigen Demut, frönen selbst der Gewalt. 

Die Schafe soll’n dulden und erleiden
Und Gegenwehr in jedem Fall vermeiden.

Behütet?? – Gefangen!! Von Hunden umkreist!
Gemästet, geschoren, dann geschlachtet, verspeist.

Die Pfaffen lullen sie mit sauersüßen Märchen ein.
"Liebt eure Feinde!", "Haltet hin eure Wangen fein!"

So lenken sie ab von den Machern der Not,
Gewähren "Ablass", sitzen im selben Boot!

Die Täter sind höhnisch und lenken Dank dorthin,
Wo’s Privilegien gibt, jetzt und weiterhin.

Bis die getäuschten Opfer endlich sich besinnen
Und mit Vergeltung der Täter-Schuld beginnen.

Wann immer Menschen unter Menschen leiden,
Soll man zuallererst die Kirchen meiden.

Planen und sammeln und voranschreiten.
Rechte hier und jetzt und hart erstreiten!  

 

 
Taubenflug

Der Brieftaubenschwarm hat heute frei.
Sein Ausflug beginnt erst um viertel vor Drei.

Hoch steigen die Vögel über die Dächer der Stadt.
Und weil keiner von ihnen einen Brief bei sich hat,
Gibts keinen pfeilschnellen Flug von A nach B:
Der Schwarm kreist endlos – von C nach C nach C.

Sein Zeitgefühl ist offenbar gänzlich dahin.
Er fliegt sogar gegen den Uhrzeigersinn!      

 
 
 

 
Die falsche Demut

Seit Jahrtausenden predigen uns die Kirchen
Furcht und Demut "vor Gott, dem Allmächtigen"!
Und so genießt ein theistischer Kriecher
höh'res Ansehen als ein aufrechter Atheist!

Was nützen uns Menschen denn Gottesverehrung
und Gottesfurcht, wenn wir trotz oder wegen Gott
anderen Menschen ins Gesicht schlagen,
natürlich – mit dem HERRN im Bunde – ?
Andere berauben, schlachten oder sie
auch "nur" in ihrer Dummheit belassen?

Dem schlau ersponnenen Wahngebilde kann's nicht gefallen!
Aber die so Erzogenen und Zugerichteten bereiten
den "Gott-Analoga" freie Bahn:
Hemmungsloses, ungestraftes Betrügen und Belügen,
Ruinieren und Vernichten von Menschenleben,
Anzetteln von Kriegen und Krisen – und
mit gleichen Folgen: Die Langzeit-Vergiftung,
das Für-fromm-aber-dumm-Verkaufen ganzer Generationen.

 
 

 
Die Antwort

Ich habe die Religionen und Philosophien der Welt
studiert und die Antwort auf die Frage gefunden,
was denn der Schlüssel zu unserem Dasein sei.

Sie lautet:

du dam-dam-dam   di-du dam-dam

Leonard Cohen           

 
 

 
Das verrückte Tier

Was sind wir?
Was ist der Mensch?
Ein verrücktes Tier,
homo insapiens!

Frei denken, schalten, walten ohne Schranken –
der Mensch in uns lässt letztlich alles wanken.
Mit Krone, Krawatte oder Kreuz maskiert,
wird die Beute gehetzt und bei Bedarf massakriert.

Der Erdball wird rasant seiner Schätze beraubt.
Hauptsache ist: Es wird an Gott geglaubt!
Dereinst ist die Erde verödet und leer.
Diese Art "Mensch" gibts dann auch nicht mehr!

Was sind wir?
Was ist der Mensch?
Ein verrücktes Tier,
homo insapiens!      

 
 

 
Das Leben, ein Labyrinth

Ohne Windungen leben und ohne Wirrungen?
Ohne Auf und Ab? Hin und Her?
Wir würden an dieser Lebensfeindlichkeit zerbrechen.
Wie gut, dass mein Leben
mehr einem Labyrinth gleicht
als einem Lineal.
Im Innern meines Labyrinths
darf ich mich geborgen fühlen.
Nur ich besitze den Ariadnefaden
aus meiner Mitte hinaus und hinein.
Jedem Einzelnen von uns,
jeder Familie, jeder Stadt und jedem Staat:
Allen ist ein Labyrinthgeheimnis, aber
auch eine Labyrinthbeschwernis eigen.
Würde und Bürde,
Beschwerlichkeit und Unentbehrlichkeit
gehen Hand in Hand.      

 
 

 
Nebel

Du Hans Dampf in allen Gassen
In allen Stimmungs- oder Lebenslagen
Soll man dich lieben oder eher hassen
Du antwortstummer Freund der offnen Fragen

Du Träumer und Vermittler
Romantiker Gespensterfreund
Weichzeichner und Vertuscher
Blender Trickser Sinnentäuscher

Am Ende ist’s mit dir, wie immer sonst
Denn nicht nur gut bist du oder nur schlecht
Wo immer du waberst lagerst oder thronst
Bist du mal Schuft mal gut und gerecht  

 
 

 

 
Glockenschlag

Lockend und drohend zugleich der Klang
Stimmt er uns wohlgemut – stimmt er uns bang

So tönt er wie aus Ewigkeiten her
Und fordert doch ehern ein Jetzt und ein Hier
Nostalgisch – schaurig – ungefähr
Heißt er uns folgen der drohlockend’ Mär

Auch wenn er froh oder weich oder dumpf erklingt
Ein eiserner Hammer hart gegen Bronze schwingt!    

 
 

 

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