Die schallenden Ohrfeigen

Die schallenden Ohrfeigen

Kapitalismus-Schelte
Thierse rügte Christian Klar wegen seiner Kapitalismus-Verurteilung mit den Worten: "Nichts dazu gelernt!". Also ein Grund mehr, das Gnadengesuch Klars abzulehnen. ● Wie eine schallende Ohrfeige für Thierse: Mit der Finanz­welt, der Industrie und der augenblicklichen Politkaste hat der Kapitalismus den größten wirtschaftlichen Zusammen­bruch seit Menschengedenken herbeigeführt. Der Häftling Klar sah offenbar klarer als hochdotierte Politiker und gier-benebelte Manager. Diese haben nichts dazu gelernt! Der Häftling gehört nicht in den Knast, sondern in die Reihe der Verdienstkreuz-Anwärter.

"Wirtschaftsweise"
Nichts von der drohenden Weltwirtschaftskrise – ausgelöst von der irreal expandierenden Finanzwirtschaft – haben die sogenannten Weisen heranrollen gesehen. ● Nur Kürzungen bei den unteren Lohngruppen konnten sie empfehlen, Schröpfen der Drittwelt zu Gunsten der Erstwelt-Hasardeure. Diese haben jetzt die Nullwelt im Angebot!

Die Manager!
Arbeitgeberpräsident Hundt appellierte vor der Krise noch dämlich-brav an die Medien und Öffentlichkeit, das Fehlverhalten einiger Manager doch bitte "nicht zu verallgemeinern". ● Die über uns alle hereingebrochene Krise verpasst diesem Verharmloser eine schallende Ohrfeige. Weit und breit haben Manager nur ausnahmsweise vernünftig, reell, bescheiden, verantwortungsvoll, kurz: tüchtig ihren Beruf ausgeübt! Zu wenige, um das generelle Manager-Verhalten zu entschärfen! Die Krisen allerorten beweisen es. Die Bürger spüren es!

Die besten Manager
Zur Verteidigung der manischen Managergehälter meinte der schweizer Deutsche-Bank-Chef Ackermann dümmlich: "Für weniger bekommen wir aber nicht mehr die Besten!" ● Das Gegenteil ist richtig. Für die bisherigen sozial unverträglichen und rauschhaft hohen Gehälter haben die "besten" Manager die denkbar schlechteste Leistung erbracht und der gesamten Gesellschaft größten Schaden zugefügt. Sie müssen diesen Schaden wiedergutmachen! Dann wäre auch die andere Seite der Gehalts-Medaille berücksichtigt.

Nachhaltigkeit
Die Menschen brauchen Nachhaltigkeit in allen Lebensbereichen! – Keine Selbstgefährdung, keine Vergiftung, keine Verschwendung, keine Unbescheidenheit, keine Ausbeutung, keine Verführung zu immer mehr Konsum von immer Überflüssigerem! ● Es ist zu befürchten, dass die bisherigen Konjunkturpakete zwar der in Eigen­verantwortung gestrauchelten Wirtschaft kurzfristig helfen, aber die dringend erforderliche Nachhaltigkeit missachten! Überkapazitäten und unsoziale Traumtänzerei mit Steuergeldern zu stützen, ist schwaches Krisenmanagement. – Die Welt ist mit der Globalisierung zu einem Dorf geworden oder besser: zu einem Raumschiff, einer Insel. Wenn diese Insel zu Grunde gerichtet ist, gibt es kein billiges Drittweltland mehr, keine Kolonien, die man ausbeuten kann. Man lerne am Beispiel der Osterinsel. Man lerne dazu!

Atom
Und schon halten die Kurzfrist-Politiker stellvertretend für alle Bürger wieder ihre Köpfe für lebensgefährliche Ohrfeigen hin: Die Atomenergie hat vor lauter CO2-Propaganda wieder an Attraktivität und vermeintlicher Harmlosigkeit gewonnen. ● Die teuerste und im Falle eines Unglücks giftigste, ja, tödlichste Energieform tänzelt wieder über die Kurzfristbühne. Sie verspricht den Energiekonzernen hohe Gewinne, den Verbrauchern hohe Preise, der Forschung Winterschlaf bei der Entwicklung innovativer und ungefährlicher Energieformen. Jedem Politiker eine Atom-Mülldeponie vor sein Privathaus! Jedem Bundesland mit Atomstromverbrauch ein vorvorläufiges Endlager! Langfristig ist die Atomenergie ein nicht nur tödliches, sondern totes Experiment. "Tschernobyl – 1986" hat offenbar den Kurzfristigkeits-Anhängern in der Politik nicht gereicht. Sie wollen mehr spüren und werden es voraussichtlich zu spüren bekommen, wenn es zum GAU in D oder F oder BG oder RO … kommt. Zuvor aber wird sich die Politik mit den in dieser Beziehung klügeren Bürgern auseinandersetzen müssen: Auf der Straße, in den Betrieben, Universitäten, Widerstandsgruppen.

Verfassungswidrigkeit der Legislative
Zahlreiche verfassungswidrige Gesetze wurden der Bundes- und so mancher Landes-Regierung vom BVG bereits um die Ohren geschlagen und zurückgereicht. ● Geheime Online-Durchsuchung, Antiterrorgesetz­gebung, Wahltermin-Schiebung, Unterhaltsgesetze, Pendlerpauschale, Hartz-IV, Vorratsdatenspeicherung … Diese Schludrigkeit der Regierung wird einfach zu gut vom Bürger bezahlt! Siehe auch!

Totengräber
Dass die Agenda 2010 ein Ohrkrepierer würde, haben die Totengräber der SPD wohl nicht erwartet, oder doch? ● Schröder, Müntefering, Clement, Schily.

Georgien
Kaum hatte Saakaschwili Georgien in den Krieg gegen Südossetien geführt, meinte Frau Merkel, die eigentliche Schuld bei den Russen lokalisieren zu müssen. Nachdem der Westen dieses kleine Land aufgerüstet und agitatorisch unterwandert hatte, musste sie offenbar propagandistisch auf Linie bleiben. ● Eine EU-Unter­suchungs­kommission hat nun festgestellt, dass die Hauptschuld am Georgienkrieg eindeutig auf Georgien lastet. Auch Propagandalügen sind Lügen und haben kurze Beine. Ein Georgien unter Saakaschwili ist unerwünscht!

Gaza-Krieg
Vor laufender Fernsehkamera schob Leo-Baeck-Preisträgerin (daher weht der Wind!) Merkel den Palästinensern die Hauptschuld an dem von Israel terrorartig geführten Gaza-Krieg zu. ● Der UN-Menschenrechtsrat hat Israel jedoch eindeutig verurteilt, wobei er auch die palästinensische Seite wegen Vergehen kritisiert. Die Unverhält­nismäßigkeit der Reaktionen Israels auf den Raketenbeschuss (mit vorwiegendem Sachschaden/Verf.) wird angeprangert. Man vergleiche doch nur die Zahlen der Kriegsopfer beider Seiten!

Der Kongress klatscht – die Opel-Klatsche
Merkel auf Ihrem Ego-Trip. Geradezu hollywoodeske Ovationen im US-Kongress. Hoffnung auf ein besseres, partnerschaftliches Amerika: Alles nur Soap! ● Nur Stunden nach Merkels lobhudelnder Rede kam die schallende Ohrfeige, die Ami-Realität in Form einer unglaublichen GM-Kehrtwende i. S. Opel.

Die angebliche Kinderschützerin Uvd Leyen
Gegen ein aufklärerisches Kinderbuch, das ehrlichen und dringend notwendigen Schutz der Kinder vor kirchlichem Missbrauch praktiziert, veran­lasste die damalige Familienministerin ein Indizierungsverfahren (● es scheiterte). Um missbrauchte und dann pornographisch vermarktete Kinder zu ‘schützen’, wollte die gleiche Ministerin Internet-Seiten sperren. Es sollten also zunächst nur diese Pornoseiten gesperrt werden. Unsere denkfaulen Ministerien vergeben für viele Euro­Millionen Studienaufträge: Hat Leyen eine Studie zur Ursachenbekämpfung des Missbrauchs von Kindern als Sex-Objekt, Religions-Impfling, Arbeitskraft und Steuerspar-Opfer erstellen lassen? Hat sie die Verfas­sungs­widrigkeit der Hartz-IV-Benachteiligung von Kindern geahnt oder gar erkannt? Nein! ● Höchstrichterlich bzw. justizministeriell erhält Frau Leyen erneut schallende Ohrfeigen: Die Internet-Sperren sind vom Tisch. Die Hartz-­IV-Gesetze müssen nachgebessert werden. Nicht Rechenfehler, sondern Willkür und Fahrlässigkeit können aus den BVG-Rügen herausgelesen werden. Unsere PolitikerInnen sind nicht selten leistungsschwach! Muss das ständige Gieren nach Diätenerhöhung als Belohnung für Fehlleistungen und als Ausgleich für schmerzhafte aber verdiente Ohrfeigen verstanden werden? Siehe auch!

seit 21. Januar 2009