Systemrelevanz darf keine Einbahnstraße sein!

Der Bevölkerung sollten die ungeheuren Summen zur Sozialhilfe für Banken mit der Systemrelevanz dieser Branche schmackhaft gemacht werden. Die nicht schicksalhafte, sondern fahrlässig bis waghalsig oder auch kriminell herbeigeführte Weltkrise hat ja nun tatsächlich das kapitalistische System ins Wanken gebracht, die Volks­wirtschaften an den Rand zum Abgrund schlittern lassen.

Die bisher immer nur bestaunten und beargwöhnten – und natürlich beneideten, ja! – göttlichen Herrscher über das Geld standen plötzlich als armselige Versager dar, die mit der größten Sozialhilfe aller Zeiten gestützt werden mussten, um den Schaden an der gesamten Gesellschaft zu begrenzen. So weit, so schlecht.

So schnell die Stütze bewilligt, auf den Weg gebracht und weiter aufgestockt wurde, so schleppend und zögerlich wird daran gearbeitet, aus der Einbahn- eine Kreisverkehrsstraße zu schaffen. Man hört von allerlei Überlegungen, Vorschlägen gleichsam im Flüsterton hinter vorgehaltener Hand, als ob die Gläubiger Angst vor den Schuldnern haben müssten. Müssen sie Angst haben?

Die Bevölkerung hat verstanden: Das Finanzwesen ist systemrelevant, geradezu die Hauptschlagader eines Industriestandorts wie Deutschland. Ja und? Solche Lebensadern dürfen der Lust und Laune, Lässig- und Unredlichkeit privater Profitstreber überlassen bleiben? Die Hauptschlagader repräsentiert in unserem Körper nur die eine Hälfte des Blutkreislaufs. Die andere Hälfte wird vom Venensystem verkörpert, das rückläufig wertvolle Stoffwechselprodukte aus den Werkstätten unseres Organismus diesem zur Verfügung stellt. Und wehe, wenn die Verteilung nicht solidarisch und angemessen geregelt wird.

Systemrelevanz muss mit dem Status einer öffentlichen Dienstleistung mitsamt allen Regeln und Maßen ausgestattet werden.

Hilfsgelder, die an die weder armen noch bedürftigen, schon wieder zu tollkühnen Bonizahlungen übergehen­den Banker ausgeschüttet wurden, müssen bis zum letzten Cent zurückgezahlt werden: Besteuerung, Sonderzahlungen, Abtretungen. Die Politik kennt doch ihre Möglichkeiten, jedenfalls erlebt der Bürger diese lebenslang. Den Richtern müssen justiziable Wirtschaftsstrafgesetze an die Hand gegeben werden. Experten müssen die verfilzten Bankenaktionen analysieren, verstehen lernen, damit sich nicht jeder Finanzhalodrie hinter der ja so komplexen Materie verschanzen kann und der verdienten Bestrafung / Wiedergutmachung entgeht.

Wer spricht denn da noch von Rekordverschuldung? Wer ängstigt dann noch die 90% Nichtreichen, we­niger Betuchten und Armen mit dem Damoklesschwert breitgestreuter Einsparungen bzw. Kostenstei­ge­run­gen? Bisher erwarten die Bürger, dass dieses Schwert kurz nach der Maiwahl in NRW auf sie nieder­saust.

 

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