Ich bin dann mal Papst

Dann könnte ich als Heiligkeit und Vize-Gottchen die Welt beglücken, indem ich sie – täusche und belüge. Ich würde dafür auch noch bejubelt und von gewissen Medien als "moralische Instanz" gefeiert.

Ich könnte in meinen schriftlichen Äußerungen Redlichkeit oder auch nur wissenschaftliche Korrektheit ver­mis­sen lassen, unverständlich formulieren, so dass zwar Geistesgrößen über meinen Unfug erzürnen – aber was kümmert’s mich: Die Medien und die große Masse der Menschen rühmen mich als hochintelligenten Gelehrten – weil sie nicht verstehen und einfach glauben.

Statt meine Sexualität auszuleben, würde ich zu allerlei Ersatzbefriedigungen greifen: Das Gaffen und Jubeln der bornierten Massen wäre mir Droge – meine absolutistische Machtfülle – das Kriechen "erwachsener" Mitarbeiter – die nimmersatte Raffgier – die Verkleidungsorgien und Schaueffekte bei all meinen Kult-Auftritten – vor allem aber die Tarnkappenfunktion meines Amts, das mich auf wundersame Weise ehrwürdig erscheinen lässt. Und das, obwohl ich wie meine Vorgänger den Vorstandsposten der größten Verbrecher-Organisation der Menschheits­geschichte bekleide.

Ich würde mich unendlich sicher fühlen: Nicht etwa, weil der von mir und meiner Kirche verbreitete Aberglauben, die Allmacht eines Phantomgottes mich in Sicherheit wiegt. Wer glaubt denn so etwas!? Ich als Papst jedenfalls am wenigsten! Nein, der Menschen-Wunsch, betrogen zu werden, beseelt die Massen und er wird ihnen von mir und meinen Mitarbeitern seit ewigen Zeiten gerne erfüllt. Dieser Wunsch sichert mir und Meines­gleichen die Existenz.

Halt! Stopp! Hier endet meine Papst-Phantasie doch sehr abrupt! Darf man den Schafen, den Kindern, den erwachsenen Kindern (Infantilen) solcherlei Wünsche erfüllen? Ist und bleibt Betrug nicht immer und darüber hinaus Betrug? Darf eine Konfession ethikfrei sein? So lautet die "naive" Frage.

Ich würde mich als Papst diesem Betrugskartell nicht zur Verfügung stellen und ließe auch mich lieber ermor­den, um einen "würdigen" Nachfolger den heiligen Stuhlgang antreten zu lassen.

Da ich wüsste, dass meine Kirche über viele Jahrhunderte die Verfolgung, Ermordung, ja Ausrottung der Juden propagiert und betrieben hat, wäre ich nicht bereit, mich in Yad Vashem, der Gedenkstätte eines gequälten Volkes, hinzustellen, die unfassbaren Grausamkeiten des Holocaust mit bewegenden Worten zu beklagen, aber mit keinem Wort die Mittäterschaft, die Mitschuld der christlichen Kirchen an der Judenverfolgung anzuklagen. Für diesen Betrug durch Verschweigen und Verschleiern der Wahrheit wäre ich mir zu schade!

Unsere Kirchen meinen, es besser zu wissen. Sie wissen natürlich, dass diese Wahrheit ihre Existenz zermalmen wird. Die Mehrheit unserer Gesellschaft spielt bei diesem gigantischen Betrug noch mit, teils aus Dummheit, teils aus Unwissenheit, teils aus Opportunismus und Feigheit. So wird diese Erblast von einer Generation zur nächsten weitergereicht.

Und außerdem: Die Welt will doch betrogen werden, also soll sie betrogen werden!
 
C.c.: Unsere Staats-Kirchen müssen von Rechts wegen abgeschafft werden!
 

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