Thema: Die Verharmloser

Schönredner und Verharmloser sind mit glatten Argumenten schnell bei der Hand, wenn es doch einmal – ausnahmsweise – um die Entlastung der Mittelschicht, der geringverdienenden Arbeitnehmer oder der über 5 Mio. Arbeitslosen geht. Und bestimmte Medien verbreiten diese "Expertisen" geflissentlich.

 
Die Verharmloser: Thesen und Antithesen
Mindestlohn Studiengebühren Sozialtarife Pendlerpauschale
Olympia Kreidefresser
 



These 1: Mindestlohn

»Flächendeckende branchenspezifische Mindestlöhne sind ungünstig, weil sie Arbeitsplätze gefährden. Dann gäbe es wieder mehr Arbeitslose. Und es ist doch besser, Arbeit durch Aufstocken anstatt Arbeitslosigkeit zu subventionieren.«

Antithese: Mindestlohn

Das europäische Ausland beweist, dass Arbeitsplätze nicht durch Mindestlohn ernsthaft gefährdet sind. Dabei dürfen Überstunden aber nicht zur Stelleneinsparung missbraucht werden. Jeder Vollzeitbeschäftigte muss von seinem Arbeitgeber eine Vergütung erhalten, die der Qualifizierung für die jeweilige Branche entspricht und über dem Existenzminimum liegt. Geringere Einkommen zwingen die Betroffenen als Bittsteller Sozialhilfe zu beantragen, auf eine selbstbestimmte Lebensführung weitgehend zu verzichten und verleiten die Arbeitgeber dazu, möglichst viele Niedriglöhner einzustellen, um Lohnkosten zu sparen, diese Lohnkosten dem Steuern zahlenden Bürger aufzuladen, also Betriebskosten zu sozialisieren. Der Bestand von 7 Millionen Niedriglöhnern beweist den Schmarotzereffekt der Aufstocker-Subventionen und die Fälschung der Arbeitslosenstatistik, in der die Niedriglöhner – sie haben ja Arbeit! – nicht mitgezählt werden.

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These 2: Studiengebühren

»Die Studiengebühren von 1000 Euro/Jahr sind gerecht. Schließlich üben die Studierten später Berufe aus, die ein gehobenes Einkommen versprechen. Dafür können sie eine Gegenleistung in Form der Studiengebühren erbringen. Und Studenten/Familien, die diese Gebühren nicht aufbringen können, haben neben den Ferien-Jobs die Möglichkeit, über BAföG in Einzelfällen Gebührenfreiheit zu erreichen oder günstige Studienkredite aufzunehmen.«

Antithese: Studiengebühren

Die lebensfremde Einstellung dieser These lässt außer Acht, dass Studenten auf viele Jahre hin auf eigenes Einkommen verzichten müssen, ihren Familien ‚auf der Tasche liegen‘ und einen festen Willen benötigen, diese Jahre auf der Schulbank und hinter Büchern durchzuhalten. Gewiss, in der Regel, aber beileibe nicht immer, verdienen Akademiker später deutlich mehr als Nichtstudierte. Aber greift ihnen dann nicht auch der Fiskus entsprechend tief in die Taschen?! Dort liegt die lebenslange Gegenleistung. Zudem werden Gut Ausgebildete händeringend und in immer größerem Maße benötigt. Die Gesellschaft profitiert von ihnen. Und an sie werden z.B. höhere Anforderungen gestellt als an die meisten Parlamentarier, wie an der andauernden politischen Schieflage gut abzulesen ist!
Und was die Kredite angeht, bleibt gepumptes Geld gepumptes Geld, es muss zurückgezahlt werden.
Es bleibt der Irrsinn: Unsere Regierung unter Merkel bekommt in regelmäßigen Abständen schlechte OECD-Bil­dungsnoten, es fehlen gute Experten mal in dieser, mal in jener Branche. Die Bildungssituation Deutschlands ist nicht zukunftsfähig. Aber man nimmt Bildungswillige in den Schwitzkasten!

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These 3: Energie-Sozialtarife

»Die Hartz IV-Empfänger brauchen keine Sozialtarife. Sie können sich im Winter mit dicken Pullovern helfen und bei einer Raumtemperatur von 15°C Energie sparen.« (Sarrazin, SPD)

Antithese: Energie-Sozialtarife

Gewiss, das hemmungslose Aus-dem-Vollen-Schöpfen, wie es heutzutage die Amerikaner immer noch vorleben, ist – global gesehen – verschwenderisch, unsozial. Ich selbst erinnere die Nachkriegsjahrzehnte sehr gut und weiß durchaus, was Sparen bedeutet. Ich bin überzeugt, dass in den damaligen Zeiten eine gesellschaftliche Solidarität bestand, wie sie später nach und nach verloren ging und der heute weit verbreiteten Habsucht wich. Aber nur wenige dürfen diese Sucht ausleben. Die große Mehrheit wird gemaßregelt.
Und hier liegt der irrige Kern der sarrazinschen Wahrheit: Unsere Merkel-Gesellschaft verliert rapide ihren Zusammenhalt, weil politisch herbeigeführte krasse Ungerechtigkeiten Verzweiflung und Wut auslösen. Es geht nicht gut, wenn unter dieser Regierung 10% die Sahne abschöpfen und die restlichen 90% begnügen sich mit Magermilch und ziehen dicke Pullover an. Es geht nicht gut, wenn die löbliche Haushaltssanierung an fast allen Ecken und Enden Millionenbeträge einspart, aber die milliardenschweren Subventionen z.B. an die Kirchen unangetastet lässt!

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These 4: Olympia entpolitisieren!

China und in leisetretender Form auch das IOC rufen dazu auf, die olympischen Spiele nicht zu politisieren, sie als Sportereignis zu sehen und zu behandeln. Folglich sollten im Rahmen der Spiele keinerlei Polit-Demonstrationen stattfinden. Die Sportjournalisten sollten sich auf Webseiten dieses Themas beschränken. Kritische Stimmen (Web, Presse, Rundfunk, TV, kritische Einzel-Personen) werden vorsorglich gesperrt oder – eingesperrt.

Antithese: Olympia entpolitisieren!

Die olympischen Spiele stellen einen spielerisch-sportlichen Rahmen für kommerzielle und politische Interessen dar. Muss es tatsächlich den Verantwortlichen erklärt werden, dass Völkerverständigung ein höchst politisches Thema ist? Dies sollten die chinesischen Machthaber und Leute wie der IOC-Baum wissen und umsetzen. Die Realität sieht seit März 2008 bis heute kurz vor der Spieleeröffnung so aus, dass China die Spiele in seinem Sinne durchaus politisiert und als Propaganda-Instrument missbraucht. Die Gäste haben strammzustehen! Alles nicht ins Bild Passende (siehe oben) wird ausgeblendet und weggesperrt. Diese unerträgliche Art chinesischer Politisierung wird von den gegängelten Gastnationen verharmlost! Für sie sollen die Spiele Kommerz und Gaudi fördern.

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These 5: Pendlerpauschale

»Die wenigsten Pendler profitieren von einer Wiedereinführung der Pendlerpauschale ab km 1. Sie erhalten weniger als sowieso schon durch die Werbungskostenpauschale berücksichtigt wird. Außerdem sollten die Pendler in Arbeitsplatznähe umziehen. Die langen Fahrten zum Arbeitsplatz sind CO2-trächtig, sollten nicht subventioniert werden …«

Antithese: Pendlerpauschale

Welcher Steuernachlass durch die alte oder neue Regelung (ab 2007) erreicht werden kann, veranschaulicht der Online-Rechner – siehe unten – sehr eindrucksvoll und widerlegt zugleich für die meisten Pendler das Argument der Werbungskostenpauschale. Die Arbeitnehmer mit kurzen Anfahrtswegen sind mit dieser Pauschale gut bedient und benötigen ja keine zusätzlichen Gelder durch die Pendlerpauschale. Die anderen können nicht bei jedem Arbeitsplatzwechsel, jeder Umstrukturierung, jeder Auslagerung von Betriebsteilen, bei jeder Insolvenz den Wohnort wechseln. Die geforderte Flexibilität der Arbeitnehmer hat Grenzen. Zumal viele Familien die vom Gesetzgeber als Altersvorsorge und Sozialstabilisator angepriesene und geförderte Schaffung von Wohneigentum in die Tat umgesetzt haben – natürlich im weiteren Umfeld mit niedrigen Grundstückskosten, also auf dem offenen Land. Jeder Handwerker, Physiotherapeut berechnet für seine Hausbesuche Wegegeld.

In einem Staat, der Unternehmer mit 5 Milliarden Steuergeldern (Unternehmenssteuer) und weiteren Milliarden Aufstockgeldern für 6-7 Millionen Niedriglöhner (s.o.!) subventioniert, darf nicht beim Pendler mit 30 oder 50 km Anfahrt von einer unerheblichen Privatsache gesprochen werden. Daher ist die PP ab dem ersten km angebracht!

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Weg zur Arbeit :

(einfache Fahrt)

km

Arbeitstage:

Tage

KFZ benutzt?

ja

nein

Spamschutz:
Wie viel ist 7 + 3

Ohne Gewähr – (c)
Pendlerrechner.de –

Entfernungspauschale



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Seit 30.Juli 2008

 

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