Gewalt und Moral

Die moralische Minderwertigkeit

Gegenwärtig scheint die Schmähung der Politik als schmutziges Geschäft besonders auffällig an Berechtigung zu gewinnen. Wenn aber nun mal die Politik sowieso ein schmutziges Geschäft ist, dann geht es vielleicht nicht anders, dann müssen wir uns damit abfinden? Oder? Warum ist Politik so? Liegt es an den Umständen, an der komplexen Problematik, an den oft weltweiten Interessenkonflikten? Oder könnte es vielleicht an der charakterlichen Beschaffenheit des PolitikerInnen-Typus liegen? *

Wenn A. Einstein sinngemäß sagte,

"Denn jeder Staat beruht auf Macht, jede Macht auf Gewalt,
und Gewalt zieht stets moralisch Minderwertige an",

so kann man ergänzend fortfahren, dass moralisch Minderwertige dann eben auch ihren Job entsprechend unsauber abwickeln.
Scheinbar gewähren die demokratisch verankerten freien Wahlen einen gewissen Korrekturspielraum des Bürgers gegenüber derartiger Staatsgewalt. Doch gelangen die Wähler auf diese Weise gelegentlich vom Regen in die Traufe, fallen vielleicht eine ganze Zeit lang auf vertrauensbildende Attribute und wohltönende Absichts­erklärungen herein, bis sie spüren und dann schließlich feststellen müssen, dass sie einer moralisch besonders minderwertigen Politik ausgeliefert sind, die sich nach einer zwar rechtsstaatlich korrekten Wahl, aber ihrem Amtseid zuwider berechtigt fühlt, gegen die Mehrheit der Gesellschaft, gegen das Wohl fast aller Bevölkerungsgruppen, gegen Gerechtigkeit und in Umkehr der Verantwortungskonsequenzen zu regieren. Eine häufige, gerichtlich festgestellte Verfassungswidrigkeit belegt objektiv die Verfassungsferne der Politik und deren niedriges politisch-moralisches Niveau.

Einer moralisch minderwertigen Politik ist Deutschland seit Jahren ausgesetzt.

* Alle lebenden und gestorbenen polnischen Politiker sind von Zweifeln an ihrer charakterlichen Bonität aus­ge­nommen! (Anordnung des Außenministeriums und Kanzleramts zum Zwecke der "Versöhnung")

19. September 2010

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