Der bayr. CSU-Freiherr von und zu Guttenberg – Kopist und Plagiator – ein Lehrstück

Herr von Doktor zu Plagiator Guttenberg

Adlig? Christlich? Jo mei, so sans halt, der Odel und die C-Bagage!

Hunderte Passagen von anderen Autoren ab- und sich selbst zuschreiben: das schafft man nicht aus Versehen, das schafft man nur mit krimineller Energie.

Letzte Zuflucht: Unzurechnungsfähigkeit:
Wenn von Guttenberg partout nicht betrogen (»bewusst getäuscht«) haben will, indem er einen Ghostwriter beauf­tragt oder selbst massenweise fremdes Gedanken­eigentum in seinen Text einge­arbeitet hat, ohne Ross und Reiter zu nennen, wenn er also mehrhundertfach kopiert hat und als juristisch vorge­bildeter Mitbürger das Copyright links liegen gelassen hat, dann ist er entweder ein Betrüger oder nicht zurechnungsfähig. Beide Deutungen sind nicht mit einem verantwortungsvollen, zudem im täglichen Rampenlicht stehenden Posten vereinbar.

Kürzlich tönte Merkel noch: »Lasst uns doch Christentum ver-kün-den!« Jetzt meint sie aber sinngemäß: Ich brauche als Minister keinen wissenschaftlichen Assis­tenten, son­dern einen Be-trü-ger.

Muss Guttenberg den erschwindelten Doktortitel abgeben? Nein! Er muss nur jur. durch plag. ersetzen.

Plag and play

Der Herr zu Guttenberg könnte für jeden seiner Vornamen drei bis vier Nachnamen von bestohlenen Autoren­opfern auf­zäh­len: Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg Zehnpfennig Burkhardt Bouton Haller Kühnhardt Heideking Brugger Ericson Burgard Volkmann-Schluck Ratz­mann etcpp.

Unser Kriegsminister ist musikalisch:
Bayern hat jetzt eine Groschenoper, Zehnpfennig-Oper!

Promotion à la Guttenberg:
Willkommen in der christlichen Wer­te­gemeinschaft von Verschla­genheit, Betrug, Dreistigkeit, Verlogenheit. Wenn das Familienvermögen derer von Guttenberg so zusammengerafft wurde wie diese plagiierte ‚Dissertation‘, dann entspräche es wohl guter alter Tradition. Raub, Mord und fromme Sprüche sind die Wegbeglei­ter und Wegbereiter christlicher Erfolge.

Ist Guttenberg nur Ministeriums-Mode­rator und zu dumm für eigene Gedanken? Schon als Wirtschaftsminister hat er das geplante Gesetz zur Zwangs­verwaltung maroder Banken von einer britischen Anwaltskanzlei ausarbeiten lassen.

Das Geheimnis von G. Beliebtheit?
Vermutlich sein Erbsünden-Blick, der an einen demütigen, um Redlichkeit und Bescheidenheit bemühten Menschen denken lässt. Inzwischen muss dieser Gesichts­aus­druck als ganz real schuld­bewusst gedeutet werden.

Ein Betrüger als Bundesminister?
Warum nicht? Es entspricht doch offenbar den so oft hervorgekramten christlichen Werten.

»Meine Dissertation ist kein Plagiat!«
Dissertation? Es gibt keine Dissertation. Es gibt lediglich eine Kompilation, eine als Eigenleistung deklarierte Zitaten­sammlung fast ohne Zitierhinweise. Dies wird gemeinhin Plagiat genannt. Es muss also heißen: Mein Plagiat ist keine Disser­tation!

Guttenbergs dummdreistes Verhalten trotz der überwältigend großen Zahl nachgewie­sener Plagiate in seinem Dissertations­versuch lässt Schatten auf seine bisherigen großartigen Minister-Entscheidungen fallen. Hatten nicht alle von ihm verfügten Raus­schmisse den üblen Beigeschmack von persönlichen Befreiungs­schlägen auf Kosten Anderer? Der Mann hat kein akzeptables Format. Er beschädigt sich selbst, seinen Doktor­vater, die Unis, sein Amt, die Regierung, die BRD.

So prominente Leute wie von Guttenberg machen die BRD immer mehr zur BanausenRepublikDeutschland.

KTgutt®
Augentropfen, die Ihnen einen guttypisch demütigen, so sympathisch-bescheidenen Ausdruck in die Augen zaubern.

Das Weglassen von Zitierhinweisen bringt zwei Vorteile:
1. Der Plagiator schmückt sich relativ mühelos mit fremden Federn, wird bewundert und summa cum laude ausge­zeichnet.
2. Man erkennt nicht, wie viel fremdes Gedankengut die Arbeit durchzieht. Im Fall Guttenberg wäre schon bei flüchtiger Durchsicht aufge­fallen, dass diese fast nur aus Abschriften besteht, wenn denn alle Fremdanteile korrekt markiert gewesen wären. Annahme verweigert! So wollte der schlaudumme Doktorand zwei Fliegen mit einem Abklatsch erledigen.

Vorbilder: Prominenz, Adel, C-Parteien?
Guttenberg beweist drastisch, was das C in den Unionsparteien wert ist: Nichts! Und er zeigt, wie sich ein prominenter und betrü­gerischer C-Politiker aus der Affäre winden will. Von Adel keine Spur:

Vom Adel zum Odel!

Ein Betrüger in hohen Bundesämtern?
Warum nicht? Auch Frau Merkel ist im Lügen und Betrügen geübt, obwohl bei ihr natürlich alternativlose politische Lösun­gen zum Wohle ihrer Klientel herhalten müssen. Auf alle Fälle droht ihr aber von Seiten des Rausschmeißer-Ministers mit den hervor­ra­gen­den Qualitäten ein ernst zu nehmender Konkurrent in Sachen Schummelei und Kungelei.

26.02.2011 – Kauderwelsch:

Kauder (CDU): »Guttenberg hat gezeigt, dass er Fehler zugeben kann. Das ist ein Zeichen von Stärke.«

Es scheinen alle Maßstäbe von Redlich­keit und Realitätssinn missachtet zu werden.

Guttenberg wäre ein annehmbar anständiger Charakter zuzusprechen, wenn er a.: auf diesen großangelegten Betrug überhaupt verzichtet hätte und b.: zu Anfang der Aufdeckung nicht auf der Abstrusität der Verdächtigungen bestanden hätte, nicht verbissen den Plagiatsvorwurf abgewiesen und sich schließlich nicht auf eine siebenjährige geistige Umnachtung berufen hätte, die angeblich zu »handwerklichen Fehlern« geführt habe. Nota bene: »Handwerkliche Fehler«, welch eine harmlose Umschreibung für wissenschaftliches Versagen, massiven Betrug und Amtsmissbrauch zwecks Erschleichung eines akademischen Titels! Letzteres Eingeständnis wäre stark gewesen, wurde aber von Guttenberg zu Recht als tödliches Karrieregift angesehen und durch die triviale Redewendung »Ich habe Fehler gemacht.« ersetzt. Und dies zu einem Zeitpunkt, als bereits fast ¾ seiner Schwindler-Schrift als Plagiate entlarvt waren. Zu spät, um noch Charakterstärke zu demonstrieren und so schnell noch c.: den verdienten Tritt zum Rücktritt zu verhindern.

Februar 2011

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