Ach, Overbeck!

Auch weniger mit den Kircheninterna und der Kirchenhistorie Vertraute können exemplarisch an prominenten Vertretern der römisch-katholischen Kirche feststellen, wie dieses Kirchenpersonal gestrickt ist, wie es tickt und seine angebliche, aber eigentliche Aufgabe vertickt.

Leute wie F.J. Overbeck, J. Meisner, G.L. Müller, R. Marx oder J. Ratzinger, die aggressiv Unwahrheiten verkünden und gegen Toleranz und Nächstenliebe verstoßen, sie machen die Eiseskälte deutlich, die mit der feudalistischen Soziallehre, der verlogenen Sexualmoral und der erschreckenden Widersprüchlichkeit dieser monströsen Kirche die Menschen in Furcht erstarren lässt. Furcht, die als Ehrfurcht schöngeheuchelt wird. Diese Kirche hat schon vor Urzeiten ihr Selbst verloren und damit ihr Selbstbewusstsein, ihre Selbständigkeit. Sie muss mit allen Machthabern kooperieren, sich einschmeicheln, um die eigene Friedhofsruhe und internen Kircheninteressen zu schützen, dabei aber nichtsdestoweniger ihre "Gläubigen" dem scharfen Daseinskampf und den jeweiligen Staatsregimen überlassen und linientreu in Kriege hetzen.

Wenn ein Overbeck zum wiederholten Male den Zölibat damit rechtfertigt, dass Priester und Ordensleute im Stande des Zölibats ganz für Gott leben könnten, so wird die Verlogenheit, Gewinnsucht und neurotische Verkrampfung der katholischen Lehre deutlich: Ganz für Gott zu leben heißt, sich ganz der "göttlichen Schöpfung" unterzuordnen, sie in Freuden und Demut anzunehmen. Und zu dieser "Schöpfung" gehört die Sexualität. So wie die Scheinheiligkeit und Schizophrenie zur katholischen Kirche gehören. Und zur gottgewollten Sexualität gehören die liebevollen Lebensgemeinschaften mit oder ohne Kinder. Zölibat bedeutet für die Mehrzahl der Kleriker eine bösartige Zumutung, lebenslange Qual, ja Folter – ist im medizinischen Sinn einer Penisamputation unter Belassung der Testikel vergleichbar – wenn denn die genannte Nötigung überhaupt befolgt wird, was Insider bei nur etwa 30% der Betroffenen unterstellen. Und die übrigen 70% handeln sich ein schlechtes Gewissen ein und/oder müssen eine besonders intensive Dienstfertigkeit im Sinne der romhörigen Kirchenoberen an den Tag legen. Auch dies noch ein Zugewinn für die Kirchenmacht und ein weiterer Schaden für alle Menschen.

Wenn ein Overbeck allen Ernstes behauptet, nur ein gottgläubiger Mensch sei zum "wahren Menschsein" befähigt, grenzt dies an, nein ist dies eine Hassparole, Volksverhetzung. Diese Aussage gar in der Funktion eines staatlich entlohnten Militärseelsorgers ist unsäglich dumm, bösartig und intolerant. Die unzähligen atheistischen, gottfreien Künstler, Wissenschaftler, Philosophen, die unsere heutige Welt so entscheidend bereichert haben und bereichern – die unzähligen unbekannten Menschen, die nur in der persönlich und selbst gewonnenen Weltsicht ihre zivile Religion leben, den wahren Leitfaden ihres Lebens sehen, ihn weiterentwickeln und festigen – sie alle sind nicht zum wirklichen Menschsein gelangt oder befähigt? Diesen Menschen – und nicht einem antijüdisch-christlichen Glaubensungeheuer – verdanken wir die Ideale der Demokratie und allgemeinen Menschenrechte, das Recht und die Pflicht zum Menschsein.

Umgekehrt kommen wir also der Wahrheit näher: All die Menschen, die sich von der Gleichschaltung einer diktierenden Kirche lossagen, aus dieser Kirche austreten, sind auf dem richtigen Weg zum echten Menschsein, das selbständiges Denken und selbstverantwortliches Handeln will. Kein "Cuius regio – eius religio!" mehr.

Wieviel Frigidanz, Ignoranz, Arroganz und Intoleranz, wieviel ranzige, kaltherzige Unmenschlichkeit dürfen Menschen wie Overbeck noch über die Gesellschaft auskübeln? Menschen, die einer lebensfremd-unreifen und unselbständigen, weitgehend subventionierten, also allein nicht überlebensfähigen* Kaste angehören!

Ich bete zum Weltgeist, er möge mit unser aller Hilfe solche schädlichen Institutionen ausschalten. Er möge die Erblast solcher Kirchen von uns nehmen: Kirchen, die uns Raffsucht, Prunk und Protz statt Bescheidenheit, die uns Wahn- und Starrsinn vorleben, die uns Menschenhass und Kriege, Terrorismus, Mordlust und Folterung gebracht haben und die bis heute mit allen Mitteln danach trachten, uns die kostbaren Errungenschaften der Aufklärung, des Humanismus abspenstig zu machen. Errungenschaften, die nach Maßgaben der "christlich-nahöstlichen" Religion bis heute keine Chance hätten, wenn nicht mutige und aufrichtige Menschen sie gegen die Kirche eingefordert hätten. Was die katholische Kirche von Aufklärung und Humanismus, von Demokratie und Menschenrechten hält, zeigt sie deutlich in der antidemokratischen römisch-katholischen Herrschsucht und mit den fortgesetzten schweren Menschenrechtsverletzungen. Diese Kirche glaubt offenbar, von ihr nicht anerkannte Menschenrechte(!) könne sie auch nicht verletzen!

Wohlan!

Mai 2012

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Siehe auch Eine Bischof-Overbeck-Schnurre gefällig?

* Überlebensfähig wäre diese Kaste eine Weile mit den im Laufe ihrer 2000-jährigen Kriminalgeschichte ganz ohne Jesus-Skrupel angehäuften Reichtümern: Raubmorde an "Hexen", "Ketzern", andersdenkenden Glau­bensgemeinschaften, Kreuzzüge und Kriege unter der "Schirmherrschaft Gottes", Betrügereien, Fälschungen, riesiger Landbesitz, Kooperation mit anderen Verbrechersystemen, widerrechtliche Subventionen …

Nachtrag 16.10.13:
Im Zusammenhang mit der Tebartz-van-Elst-Affäre haben einige kleinere Bistümer Einblick in ihre Vermögensverhältnisse gewährt. Die Korrektheit kann bei diesen lange streng geheim gehaltenen Kassen nur von Insidern oder Experten eingeschätzt werden! Als besonders transparent wurde das Bistum Essen lobend erwähnt. Doch leider scheint Overbecks Bistum nicht ganz offen mit den Zahlen umgegangen zu sein. Man informiere sich bei Carsten Frerk!

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