Thema: Das verrückte Tier

Öko-Gen
Jedes Lebewesen – vom Virus bis zum Menschen – ist auf Beute aus, auf Beute angewiesen, ist ein Beutewesen. Jede Pflanze, jedes Tier "raubt", nimmt sich aus seiner Umwelt, was es zum Überleben braucht. Die belebte Natur hat es in der seit 3,8 Milliarden Jahren währenden Evolution fertig gebracht, ein biologisches Gleich­gewicht, eine Art Perpetuum mobile zwischen einer unfassbar großen Artenzahl von primitiven bis pflanzlichen und tierischen Lebewesen einerseits und dem Erdball andererseits zu gewährleisten. Obwohl diese Gemeinschaft von Lebewesen scheinbar eine einzige "Räuberbande" ist! Ganz offenbar gehört zur genetischen Ausstattung aller prähominiden Lebewesen aber ein Öko-Gen: eine ökologische Bremse des Beute- und Tötungsgens! Vor dem Auftreten des Menschen gab es also strenggenommen keinen wirklichen Raub, keinen wirklichen Mord! Einer rücksichtslosen Ausbeutung oder gar Ausrottung war also vorgebeugt.

Die 0,2mm-Spezies auf Bewährung
Doch dann gab es vor etwa 0,2 Millionen Jahren in der Evolution ein – wie wir inzwischen wissen – hochriskantes, lebensgefährliches Experiment: Nach allen unglaublichen Anpassungsfähigkeiten und bisher schon erbrachten Leistungen erlangten bestimmte Tierarten, Primaten genannt, das Ich-Bewusstsein, eine ganz neue Dimension des Denkens, des losgelösten, freien Denkens. Und seitdem gerät der Globus in exponentiell zunehmendem Maß in Not.

Symbiose?
Zu den schon immer auftretenden äußeren Widrigkeiten, wie etwa Klimaschwankungen, entwickelte sich mit diesem "Entwicklungsmodell Mensch" ein Wesen mit hemmungslosem, absolutistischem Denkvermögen und selbstmörderisch parasitärem, destruktivem Charakter. Mit einem Denkvermögen, das als neue evolutionäre Qualität die biologischen Antriebe Angriffs- und Beutetrieb bei Weitem an Gefährlichkeit übertrifft, weil es meist selbstsüchtig und weder in sozialer noch ökologischer Verantwortlichkeit eingesetzt wird. Die entwicklungsgeschichtlich sinnvollen, ja unverzichtbaren Tendenzen zum Kampf und Beutemachen macht der angeblich so intelligente Mensch bis heute zum Taktgeber seines Denkens und nicht umgekehrt. Folglich hat er sich das Prinzip der Symbiose bis heute nicht angeeignet – von wenigen Ausnahmen abgesehen. Er ist somit langfristig den instinktgesteuerten Lebewesen zu ihrem und zum eigenen Nachteil unterlegen: Er ist bis auf den heutigen Tag lediglich ein verrücktes Tier, das nur dann ökologisch zu handeln bereit ist, wenn ihm das Wasser bis zum Hals steht oder ihm die Luft ausgeht. Und je stärker sich die menschliche Rasse vermehrt, desto offener tritt ihre ökologische Unverträglichkeit zu Tage, desto mehr stößt ihre Ausbeutungswut gegenüber Menschen, anderen Tieren, Pflanzen, und globalen Resourcen an Grenzen, wie inzwischen weithin bekannt ist. Damit könnte sein Überleben limitiert sein!

Die vielen bisher in der Menschheitsgeschichte zugrunde gegangenen Gesellschaften lehren uns, dass der Untergang immer entscheidend von einer Herrscherkaste herbeigeführt wird, die vom Volk Gehorsam, Verehrung und vor allem hohe und stets höher werdende Abgaben verlangen, sich selbst aber in ihrem verrückten Denken keiner Kontrolle aussetzen wollen. Ob weltlich oder geistlich oder beides zusammen: Liebedienerndes Befolgen aller Gesetze, Gebote und Lehren wurde um den Erhalt der Macht willen unnachsichtig, auch blutig eingefordert. Macht- und Besitzerhalt waren ihnen stets wichtiger als zukunftsorientierte, gerechte Führung der Gesellschaften, die im Finalstadium immer an Übervölkerung und Nahrungsmangel gescheitert sind. Dass sie keine wirklichen Führungspersönlichkeiten waren, beweist die Tatsache, dass sie die Fehlentwicklung ihrer Gesellschaften nicht erkannten, nicht vorhersahen, sondern bis zum finalen Aussterben daran festhielten. Jeder mag sich einen Reim darauf bilden, warum die katholische Kirche entgegen allen Erkenntnissen uneingeschränkt jede wirksame Geburtenkontrolle verbietet, Übervölkerungen und Seuchen geradezu herbeibetet.

Maskeraden
Zu einem besonderen Kennzeichen der Verrücktheit herrschender Menschenrassen ist es geworden, dass sie ihr Leben zu einer Maskerade gemacht haben. Dabei ist die allgemeine Modevernarrtheit noch das harmloseste Beispiel, wenngleich hierbei schon von kleinauf gelehrt wird, dass der Schein das Wichtigste im Leben sei und vom Haben abhänge: Das Sein rangiere irgendwo dahinter. Auch in unserer bundesrepublikanischen Wirklichkeit gilt weithin das Motto: Kleider machen Leute! und Haste was, biste was!

Es ist noch Platz im Museum
Und da diese Gaukelei so vorzüglich funktioniert, hat sie sich über lange Zeit, nein, bis heute als Kern wichtiger und wichtigster Institutionen eingenistet: Die Monarchie und Aristokratie konnten ihr ausbeuterisches, parasitäres Dasein sehr lange vor den Gesellschaften hinter märchenhaften, geradezu himmlischen Maskeraden verbergen. Natürlich waren die Aristokraten dem analphabetischen Volk auch bildungsmäßig überlegen. Zu oft aber haben sie diese geistige Überlegenheit mit hemmungsloser Bereicherungspolitik, Raub- und Mordlust (Kriege, Konkurrentenbeseitigung usw.) nicht nur neutralisiert, sondern zu einer moralischen Unterlegenheit verkommen lassen. Dies wurde von den immer besser aufgeklärten abgabenpflichtigen Massen nicht mehr geduldet, Adel und Monarchie wurden verjagt oder sozialverträglich zum lebenden Museumsinventar "repräsentativer" Monarchien degradiert. Und dort schmarotzern sie vor sich hin, wenn sie nicht gestorben sind. Ihr Maskenspiel ist ihnen ironischerweise zwar zum Verhängnis geworden, aber als kläglicher Rest ihrer Schein-Aristokratie geblieben, die in Wahrheit viel zu oft Kakistokratie war. Ein historischer Beweis des letztlich tödlichen Ungleichgewichts zwischen Intellekt und unkontrollierter Hab- und Machtsucht. Parallelen zur Gegenwart sind offenbar und nicht zufällig.

Eine Sonderrolle spielen in diesem Zusammenhang die Kircheninstitutionen: In der Frühzeit mit dem säkularen Herrschertum seins- und scheinsmäßig verquickt, wurden sie in einer ersten Stufe der gesellschaftlichen Selbstreinigung von den weltlichen Mächten abgesondert, aber nicht getrennt. Mittels riesigem Aufwand an Maskeraden, wie Kostümierung, Prunkumzügen, Prunkbauten, moralischen Appellen, rituellem Schabernak und Hokuspokus blieb der intolerantesten Einrichtung dieser Art, der katholischen Kirche bis heute der Untergang noch erspart. Mehr Verbrechen, mehr Mordopfer als die schlimmsten weltlichen Regenten zusammen hat diese Organisation zu verantworten. Die Verbrechen wurden bisher nicht bestraft, werden jedoch niemals verjährt sein. Und dennoch verehrt und subventioniert der Staat die Kirchen, dienen ihnen noch viele Bürger. Warum? Weil sie sich als Gralshüter etabliert haben! Sie haben sich als vorgebliche Vermittler zwischen die Menschen und den Phantomgott gestellt und genügend Ängste in die abergläubigen Seelen der Menschen gepflanzt. So wurden sie auch zu willkommenen Zuarbeitern jeder Regierung.

"Vorbild"
Gerade die Vorbildfunktion jeder leitenden Elite haben die Kirchen und hier wiederum die angeblich einzig wahre, die katholische Kirche sträflich zerstört. Diese Funktion wird bis auf Predigten, Propagandasprüche und kunstvolle Moralrhetorik einfach nicht ausgefüllt: Es ist nicht vorbildlich, in der Weltwirtschaftskrise die Gier und Rücksichtslosigkeit anzuprangern, wenn man selbst zu den Raffgierigsten, den Habsüchtigsten gehört. (ein sinnfälliges Beispiel von vielen: Die Vatikanpaläste) Es ist nicht moralisch vorbildlich, wie wilde Bestien 70 Millionen Mord- und Totschlagsopfer angehäuft zu haben, aber als angebliche Lebensschützer gegen Stammzellforschung, Abtreibung oder gar PID zu agitieren. Die "größte Verbrech­er­organisation der Menschheit" (siehe Gerichtsurteil 1985) wird als das scheußlichste Beispiel des "verrückten Tiers", des Menschen mit Intelligenz aber unbeherrschten Trieben, in die Geschichte eingehen!

Wie sehr lieben wir aber die Schauspielkunst: Sie ist Maskerade, die sich auch als Maskerade gibt!
Wie sehr lieben wir die Zauberkunst. Sie ist und bleibt trotz aller Effekte und Illusion: Zauberkunst!

Man muss also der Tarnung und Heuchelei dienende Maskeraden grundsätzlich als unseriös und gefährlich einstufen. Doch die Raffinesse der Verkleidung geht weiter. Der dummdreiste Mummenschanz des Vatikans wirkt ärgerlich, lächerlich oder abstoßend, ist obsolet. Warum nicht die unauffällige Maske des Biedermanns für die gesellschaftschädlichen Geschäfte nutzen? So fahren Manager und Politiker erst einmal gut, bis es zum Crash kommt. Mit dem dann folgenden Krisenmanagement wird den Bürgern Sand in die Auge gestreut: Sie sollen vor lauter Ängsten, Krisen, Konjunkturprogrammen und dem Streit darüber die Schuldigen aus den Augen verlieren. Schuldige, die trotz höchst dotierter Vertrauens- und Verantwortungsposten persönliche Habsucht und eigenes Wohlergehen über das Wohl der Gesellschaft gestellt haben, ohne die sie doch nicht überleben können. Verrückte Tiere!

Der Schlussakt
Allen Herrscherkasten – weltlich und/oder geistlich – ist eines gemein: Sobald sie ihr persönliches Wohl und Besitztum über ihren eigentlichen Auftrag stellen, wird der Untergang der beherrschten Gesellschaft eingeleitet, eingeläutet und besiegelt. Nie haben diese Kasten Einsicht oder Kraft besessen, die Gesellschaft vor den großen Katastrophen zu bewahren. Sie haben diese sogar noch beschleunigt. Verrückte Tiere!

 
Was sind wir?
Was ist der Mensch?
Ein verrücktes Tier,
homo insapiens!

Frei denken, schalten, walten ohne Schranken –
der halbgare Mensch in ihm lässt alles wanken.
Mit Krone, Krawatte und Kruzifix maskiert,
wird die Beute gehetzt und bei Bedarf massakriert.

Der Globus wird rasant seiner Schätze beraubt.
Hauptsache ist: Es wird an Gott geglaubt!
Dereinst ist die Erde wieder öd und leer.
Die Spezies "Mensch" gibt es dann auch nicht mehr!

Was sind wir?
Was ist der Mensch?
Ein verrücktes Tier,
homo insapiens!

19. Januar 2009

 

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